Lesetipp: Gereon Rath ermittelt

Spannende Krimis aus dem Berlin der späten 20er und frühen 30er Jahre

Der Autor Volker Kutscher lässt seinen Kriminalbeamten Gereon Rath durch die Unterwelt Berlins streifen, durch die verruchten Clubs in der Motzstraße, die Welt der Stummfilmstars im feinen Westen und die Kneipen und Wohnungen der Kleinkriminellen in Friedrichshain. Der Kommissar ist ein Neuling in Berlin und mit seinem fremden Blick auf die Stadt wird auch der Leser in die so genannten goldenen 20er Jahre der Metropole gezogen. Aber so richtig golden sind diese Jahre eigentlich nicht: Streitbare Banden teilen die Reviere der Stadt untereinander auf und versuchen die korrupte Politik für ihre Zwecke zu nutzen. Kommunisten und Nazis stehen sich in Straßenschlachten gegenüber und die kleinen Leute amüsieren sich im Haus Vaterland und in den anderen Vergnügungspalästen am Potsdamer Platz.

Buchcover von Volker Kutschers Krimi "Der nasse Fisch"

Kutscher_Der nasse Fisch_ Cover

Atmosphärisch und gut recherchiert

Es sind die Atmosphäre und Stimmung aus der Stadt und die authentisch wirkenden Figuren, die die Krimis von Volker Kutscher so anziehend machen.  Die geschichtlichen Hintergründe sind genau recherchiert, die Details ausgefeilt erzählt und auf historischen Stadtplänen von Berlin kann man die Wege und Orte der Geschichten wunderbar nachvollziehen.
Und die Fälle sind ungewöhnlich und spannend. Die bisher erschienenen Bände sollte man am besten in der richtigen Reihenfolge lesen. Inzwischen sind sechs Fälle veröffentlicht: Der erste Band war „Der nasse Fisch“, dann kamen „Der stumme Tod“ und „Goldstein“, dann „Haus Vaterland“ und „Märzgefallene“. Zuletzt erschien „Lunapark“ und „Moabit“.Historische Aufnahme vom Potsdamer Platz in Berlin

Ein Kommissar mit zweifelhaften Kontakten

Die Hauptfigur Kommissar Gereon Rath ist ein durchaus sperriger Charakter, der nicht immer den korrekten Dienstweg eingeht und durchaus eigenwillig ermittelt. Er entwickelt sich über die Zeit hinweg und vieles wird interessanter, wenn man die Vorgeschichten kennt. Mein absolutes Lieblingsbuch ist dabei der zweite Fall, in dem Rath sich in die Welt der Kinos und der Stummfilmproduktionen begibt und eine Reihe von mysteriösen Mordfällen aufklären muss.

Eine Krimireihe, die süchtig macht.

Die Krimireihe ist inzwischen auch verfilmt worden. Unter dem Titel „Berlin Babylon“ (Regie u.a. Tom Tykwer) kann die Welt von Gereon Rath kennenlernen.

Viele Infos, Leseproben etc. gibt es übrigens unter gereonrath.de

Der nasse Fisch, 543 Seiten (2007). Bei Kiepenheuer & Witsch als Hardcover, Taschenbuch und eBook erschienen. Einen Ausschnitt kann man hier lesen. Das Hörbuch ist im Argon Verlag erschienen, gelesen von Sylvester Groth (6 CDs, 438 Minuten). Es gibt auch eine Daisy Version.

Der stumme Tod, 542 Seiten (2009). Bei Kiepenheuer & Witsch als Hardcover, Taschenbuch und eBook. Und hier gibt es eine Leseprobe.

Goldstein, 574 Seiten (2010). Bei Kiepenheuer & Witsch als Hardcover, Taschenbuch und eBook erschienen. Reinlesen kann man auch schon mal.

Die Akte Vaterland. 576 Seiten (2012). Bei Kiepenheuer & Witsch als Hardcover, Taschenbuch und eBook. Lesen Sie doch mal rein.

Märzgefallene. 608 Seiten, erschienen 2014 bei Kiepenheuer & Witsch als Hardcover und eBook. Hier gibt es eine Leseprobe. Das Hörbuch ist wieder bei Argon erschienen und von David Nathan gelesen (8 CDs, 560 Minuten, oder ungekürzt als Hörbuch-Download, 1229 Minuten).

Lunapark. 557 Seiten, erschienen 2014 bei Kiepenheuer & Witsch als Hardcover und eBook. Hier gibt es eine Leseprobe. Das Hörbuch ist bei Argon erschienen, gelesen von David Nathan (9 Stunden und 20 Minuten).